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Sicherung und Ausbau von Entwässerungssystemen in Bergbaurevieren (ERFE-Vorhaben)

Laufzeit des Vorhabens

In der Strukturfondsperiode 2007 bis 2013 (ab 2011, mit Abfinanzierung bis 2015)

Hintergrund

Nahezu alle sächsischen Bergbaureviere haben untertägige Entwässerungssysteme. Diese leiten das in den Grubenbauen anfallende Wasser im natürlichen Gefälle in Oberflächengewässer ab. Der überwiegende Teil der Einrichtungen hat heute keinen Rechtsnachfolger aus der früheren Bergbautätigkeit. Die wichtigsten Entwässerungsstollen haben nach ihrem zum Teil jahrhundertelangen Fortbestehen quasi die Funktion eines unterirdischen Drainagesystems. Die beim Sächsischen Oberbergamt gemeldeten bergbaubedingten Schäden zeigen einen signifikanten Zusammenhang mit Störungen der Funktionsfähigkeit der Entwässerungseinrichtungen. Das Sächsische Oberbergamt hat die wesentlichen etwa 60 Hauptwasserlösestollen im Freistaat Sachsen ermittelt und für diese Konzepte zur Herstellung und dem dauerhaften Erhalt der Funktionalität erstellt.

Der dauerhafte Erhalt der Entwässerungseinrichtungen ist eine wesentliche Voraussetzung für stabile hydraulische und geotechnische Verhältnisse in den eingestellten Gruben und an der Tagesoberfläche. Er dient dem Schutz der Infrastruktur in den Bergbauregionen und mindert in erheblichem Umfang Schäden an Verkehrswegen, der Bebauung und an Medienträgern. Die betroffenen Regionen können damit Standortverhältnisse verbessern und sich ohne Beeinträchtigungen aus dem früheren Bergbau zielgerichteter entwickeln. Nach § 4 der Sächsischen Hohlraumverordnung sind Wasserlösestollen Schutzeinrichtungen, die dauerhaft funktionsfähig zu erhalten sind.

Das EFRE-Vorhaben »Sicherung und Ausbau von Entwässerungseinrichtungen in Bergbaurevieren«

Der Freistaat Sachsen verfolgte ab dem Jahr 2010 das Ziel, die Maßnahmen der Risisikoprävention für die bergbaulichen Entwässerungseinrichtungen mit europäischen Fördermitteln umzusetzen. Er hatte deshalb die Aufnahme des Vorhabens in die Strukturfondsförderperiode 2007 bis 2013 beantragt. Die Europäische Kommission bestätigte die Aufnahme des Vorhabens in die Förderung im April 2011. Die Europäische Union und der Freistaat Sachsen finanzierten seitdem mehrere Projekte gemeinsam. Das Sächsische Oberbergamt bearbeitete als staatlicher Projektträger Maßnahmen, die die genannten Ziele erfüllen. Es bearbeitete die Projekte nach Prioritäten, die sich aus den wahrscheinlichen Folgen der eingeschränkten Funktionalität der Entwässerungseinrichtungen ergeben.

Einige Maßnahmen sind Voraussetzung für Folgeprojekte zur Nutzung des geothermischen Potenzials von Grubenwässern. Verschiedene Betreiber planen Projekte, die sich in die EU 2020-Strategie und die Leitinitiative »Ressourceschonendes Europa« einordnen. Die Stollensanierung und –unterhaltung hat durch die Reduzierung der Schadstofftransporte aus dem ehemaligen Bergbau wesentliche positive Wirkungen für den Umwelt- sowie Gewässerschutz.

Sanierte Stollen mit Förderung aus dem EFRE (Stand: Dezember 2015/Abschluss der Förderperiode )

Stollenbezeichnung Sanierung Entwässerungsrevier
Tiefer Weißtaubner Stolln 2011 bis 2014 Marienberg-Pobershau
Rother und Weißer Löwe Stolln 2011 bis 2014  Breitenbrunn, OT Steinheidel 
Aaron Stolln im Zusammenhang mit Elias Stolln 2011 bis 2014  Johanngeorgenstadt 
Tiefer Hirtenstolln   2011 bis 2013 Geyer 
Walfisch Stolln  2012 bis 2014  Marienberg-Pobershau 
Grubengebäude Fortuna/Kaltwasser/Segen Gottes u.a.  2012 bis 2015  Breitenbrunn